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Rezept der traditionellen Setener Macaronada

Rezept der traditionellen Setener Macaronada

Geschmort nach Art der Familien aus dem Hafen von Sète

Traditionelles Gericht aus der Region Languedoc, reich an Pasta, zartem Rindfleisch und Tomatensauce mit Kräutern und Rotwein.


Weitere Bezeichnungen

  • Rindfleisch-Macaronada

  • Setener Macaronada

  • Die Macaronada (Okzitanisch: macaronada setòria)


Bruderschaft und kulinarisches Erbe

Die Bruderschaft der Setener Macaronada: Hüterin des lokalen kulinarischen Erbes

Gegründet Anfang der 1990er Jahre, sorgt sie für die Weitergabe dieses emblematischen Gerichts, das aus der Verbindung italienischer Traditionen (neapolitanische Maccheroni) und der Languedoc-Kultur entstanden ist. Jedes Jahr feiert die Weltmeisterschaft der Macaronada Geselligkeit und Identität von Sète.

Mitglieder in traditionellen Kostümen nehmen an großen Festen teil, sichern die Rezeptbewahrung, bilden junge Köche aus und fördern das Gericht in Restaurants und Kochwerkstätten.


Historie und Entwicklung

19. Jahrhundert: Ankunft italienischer Arbeiter im Hafen von Sète, Einführung von Makkaroni und langsam geschmortem Fleisch.
20. Jahrhundert: Familiäre Sonntagsadaptionen mit lokalem Rotwein und mediterranen Kräutern.
Zeitgenössisch: Leichtere, vegetarische oder Street-Food-Versionen (“Macaronada-Bowl”), wobei der gesellige Charakter erhalten bleibt.

Hauptvarianten:

  • Traditionell Setener Art: Rindfleisch, Tomatensauce mit Rotwein, Orangenschale, lange Garzeit, dicke Sauce

  • Béziers-Art: tomatenintensivere Sauce, Zugabe lokaler Würste

  • Zeitgenössischer Chef (Michel Roux): gratinierte Makkaroni, zartes geschmortes Paleron-Rind, elegante Präsentation

  • Street-Food: konzentrierte Sauce, zerkleinertes Fleisch, serviert im Bowl


Kultureller Kontext und Legende

Es wird erzählt, dass ein neapolitanischer Fischer, verliebt in eine Setenerin, eines Tages mit seiner Schwiegerfamilie Makkaroni aus seiner italienischen Heimat teilte. Die Pasta wurde auf lokale Weise zubereitet, mit geschmortem Fleisch, Knoblauch, Kräutern und Tomaten aus dem Languedoc. So entstand die Macaronada: ein Symbol für Liebe, Begegnungen und mediterrane Verschmelzung, das noch heute den freundlichen und familiären Geist der okzitanischen Küche von Sète verkörpert.

Geografische Herkunft und Status:

  • Land: Frankreich

  • Region: Okzitanien (Hérault)

  • Status: mündliche Überlieferung – Kulturerbe von Sète

  • Kodifiziertes Rezept: Nein, wird aber von der Bruderschaft verteidigt

  • Erfinder: Italo-Setener Gemeinschaft des 19. Jahrhunderts

  • Anforderungen: Fleisch (Paleron, Wurst, Schwein), hohle Makkaroni, Rotwein, Tomatensauce, Knoblauch, Kräuter, langsames Schmoren obligatorisch


Chefköche und Referenzhäuser

Klassiker und Zeitgenössische:

  • Le Mas Bleu – Sète: traditionelle Familienversion mit Rinderbacke

  • La Marine – Sète: klassisches Rezept mit lokalem Rotwein und langsamer Garung

  • Chez François – Sète: gratinierte Ofenversion für mehr Textur

  • Maison Tarbouriech – Marseillan: „Meer & Land“-Interpretation mit Produkten aus dem Thau-Becken

  • Auberge du Vieux-Port – Mèze: originelle Neuinterpretation Fleisch/Tintenfisch

  • Chef Michel Roux – Montpellier: zeitgenössische, raffinierte Bistronomie-Interpretation

Lokale Persönlichkeiten:

  • Jean Brunelin – Koch und Autor: Großmeister der verstorbenen Bruderschaft Taste Macaronada, Verteidiger und Kodifikator des traditionellen Rezepts

  • Rudy Cerrato – Setener Gastronom: organisiert die jährliche Feier der Macaronada (z. B. Bar Le Korner)

  • Paul Chollet – Koch bei Les Poêlées de Pépé: symbolisiert das zeitgenössische Engagement der Setener Köche für dieses identitätsstiftende Gericht


Kulinarische Beschreibung

  • Aussehen: tiefrot, reichhaltige Sauce über Pasta und zerkleinertem Fleisch

  • Textur: zartes Fleisch, weiche Pasta, leicht knusprige Oberfläche

  • Aromen: Tomatenkonfit, Rotwein, Knoblauch, Olivenöl

  • Besonderheiten: lange Garzeit, Pasta separat gekocht, intensive Verbindung mit der Sauce


Benötigte Utensilien

  • Kochtopf oder Schmortopf mit dickem Boden

  • Kochmesser

  • Schaumlöffel

  • Sieb

  • Suppenkelle

  • Holzlöffel


Zutaten (für 6 Personen)

Fleisch:

  • 6 Scheiben Paleron-Rind

  • 500 g Schweinerippen (Croustillous)

  • 400 g Wurst

  • 120 g frisches Wurstfleisch

Gemüse & Kräuter:

  • 3 Zwiebeln

  • 5 Nelken

  • 3–4 Knoblauchzehen

  • frische Petersilie

Sauce:

  • 600–700 g frisches Tomatenpüree

  • 1 Glas kräftiger Rotwein

Pasta:

  • 500 g Makkaroni oder Penne Rigate

Käse (beim Servieren):

  • Mischung aus Parmesan / geriebener Rom-Käse, schwarzer Pfeffer


Zubereitung

1. Brageoles (Paupiettes aus Paleron) vorbereiten

  1. Paleron-Scheiben säubern, ca. 1 cm dick

  2. Flach auslegen, leicht salzen, pfeffern

  3. In die Mitte je 1 EL Füllung (Wurstfleisch, Knoblauch, Petersilie) geben

  4. Sorgfältig aufrollen und mit Zahnstochern oder Küchengarn fixieren

  5. Kalt stellen

Tipp: leicht marmorierter Paleron wird nach langer Garzeit besonders zart


2. Erste Garstufe & Sauce

  1. Olivenöl in Schmortopf erhitzen

  2. Brageoles rundherum scharf anbraten, herausnehmen

  3. Zwiebeln glasig braten

  4. Tomatenpüree hinzufügen, kurz anrösten

  5. Mit Rotwein ablöschen, Bratrückstände lösen, Sauce reduzieren

  6. Brageoles zurückgeben, ganze Zwiebel mit Nelken und etwas Wasser hinzufügen, zugedeckt bei niedriger Hitze schmoren


3. Nach und nach weitere Fleischsorten hinzufügen

  1. Schweinerippen in heißer Pfanne anbraten

  2. In Schmortopf geben, ca. 2 h bei niedriger Hitze schmoren, ggf. Wasser nachfüllen

  3. 15 min vor Ende Wurst anbraten und hinzufügen

Erwartetes Ergebnis: dickrote Sauce, zartes aromatisches Fleisch


4. Pasta kochen & vermengen

  1. Große Menge Salzwasser zum Kochen bringen (10 g/L)

  2. Makkaroni/Penne al dente kochen

  3. Abgießen und sofort in den Topf zur Sauce geben

  4. Vorsichtig mit Holzlöffel vermengen, 5 min ziehen lassen


5. Fertigstellen & Servieren

  1. Mit Salz & Pfeffer abschmecken

  2. In Servier-Topf oder Familientopf anrichten

  3. Großzügig Käse darüberstreuen, frisch pfeffern

  4. Sehr heiß servieren, dazu Landbrot und Rotwein aus Languedoc

Küchentipp: Am Vortag zubereiten, langsam erhitzen – Sauce verbindet sich besser, Fleisch wird zarter


Goldene Regeln

  • Fleisch: Paleron nur für Brageoles, drei Fleischsorten möglich

  • Pasta: nur Makkaroni

  • Sauce: rot-braun, lange Garzeit obligatorisch

  • Füllung: Wurstfleisch, Knoblauch, Petersilie (Alternativen: Pancetta, hartgekochtes Ei)

  • Käse: Parmesan + Rom-Käse, nie Gruyère


Hygiene & Normen

  • Kerntemperatur Fleisch ≥ 70 °C

  • Kühlkette einhalten

  • Haltbarkeit: max. 72 h bei +3 °C


Tipps des Chefs

  • Empfohlener Wein: Coteaux-du-Languedoc

  • Zu rote Sauce = unzureichende Garzeit

  • Paleron hält 2–3 h Schmoren ohne Zerfallen aus


Servieren & Beilagen

  • In Schmortopf oder Familienteller servieren

  • Beilage: grüner Salat, gegrilltes Gemüse

  • Getränke: kräftige Rotweine aus Languedoc, bei 16 °C servieren


Nährwertangaben (1 Portion)

  • Energie: ~580 kcal

  • Fett: 20 g

  • Kohlenhydrate: 65 g

  • Eiweiß: 30 g

  • Ballaststoffe: 5 g

  • Allergene: Gluten, Sulfite, evtl. Spuren von Laktose


Mögliche Anpassungen

  • Glutenfrei: Pasta aus Reis/Mais

  • Vegetarisch: Auberginen und Sojaproteine

  • Laktosefrei: laktosefreier Käse oder ohne Käse

Entschuldigung, dieser Artikel ist ausverkauft.
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